Berufshaftpflichtversicherung für Vermögensverwalter – gesetzliche Situation – Verordnung FINIV vom November 2020

Kreuzlingen - Lake Constance

Finanzinstitutsverordnung-FINMA AS 2020

  1. Kapitel: Vermögensverwalter und Trustees

Art. 1 Anforderungen an die Berufshaftpflichtversicherung

(Art. 31 Abs. 3 FINIV)

1 Vermögensverwalter und Trustees können die Berufshaftpflichtversicherung an die Eigenmittel gemäss Artikel 31 Absatz 2 FINIV anrechnen, wenn die folgenden Anforderungen erfüllt sind:
a. Die Berufshaftpflichtversicherung wird bei einem gemäss Versicherungsaufsichtsgesetz vom 17. Dezember 2004 (VAG) beaufsichtigten Versicherungsunternehmen abgeschlossen.
b. Die Laufzeit beträgt mindestens ein Jahr.
c. Die Kündigungsfrist beträgt mindestens 90 Tage.
d. Im Falle von Policen mit Anspruchserhebungsprinzip oder Schadeneintrittsprinzip beträgt die Nachhaftung mindestens 5 Jahre.
e. Die Berufshaftpflichtversicherung deckt mindestens die mit dem Geschäftsmodell verbundenen Berufshaftungsrisiken (Art. 2).

2 Die mit dem Geschäftsmodell verbundenen Berufshaftungsrisiken sind abgedeckt, wenn die Berufshaftpflichtversicherung ausdrücklich die Berufshaftungsrisiken in sämtlichen in den massgebenden Organisationsdokumenten sachlich und geografisch festgelegten Geschäftsbereichen umfasst.
3 Die Anforderungen an die Berufshaftpflichtversicherung sind dauernd einzuhalten.

Art. 2 Zu deckende Berufshaftungsrisiken

(Art. 31 Abs. 3 FINIV)

1 Die Berufshaftpflichtversicherung hat Vermögensschäden abzudecken, die durch die Ausübung von sämtlichen berufstypischen Handlungen, für die der Vermögensverwalter und der Trustee rechtlich verantwortlich ist, fahrlässig, einschliesslich grobfahrlässig, verursacht werden.
2 Als Berufshaftungsrisiken gelten insbesondere:
a. Vermögensschäden, die durch Anlagefehler entstehen, insbesondere
Verstösse gegen gesetzliche und vertragliche Pflichten oder Bestimmungen
des Vermögensverwaltungsvertrags oder gegenüber dem Trust;
b. Vermögensschäden aus Pflichtverletzungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern oder anderen Vertrauenspersonen des Vermögensverwalters oder des Trustees.

Art. 3 Höhe des Versicherungsschutzes

(Art. 31 Abs. 3 FINIV)

Ein allfälliger Selbstbehalt ist bei der Anrechnung der Berufshaftpflichtversicherung an die Eigenmittel nach Artikel 31 Absatz 2 FINIV in Abzug zu bringen.

Art. 4 Meldepflicht bei Kündigungen und Änderungen

(Art. 31 Abs. 3 FINIV)

Vermögensverwalter und Trustees müssen die Kündigung oder Änderung der Berufshaftpflichtversicherung der FINMA umgehend melden.

Fragen oder Rückmeldungen?

Gerne via Kommentar oder via Email an contact@zuberbuehler-associates.ch.

Siehe auch Beitrag zur Pflicht für Vermögensverwalter (mit Privatkunden), einer Ombudsstelle anzugehören.

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