Negative Auswirkungen der individuellen Bonus-Kultur

Effekt der Bonuskultur auf Aktienkurse

Folgende Aussagen wurden in Kommentaren auf Drittseiten gefunden. Sie geben einen guten Überblick über die Nachteile der Bonus-Kultur auf Individualbasis.

Wer einen Bonus benötigt um seine Leistung gemäss Arbeitsvertrag zu erbringen gehört entlassen. Es ist nicht unbedingt das Dümmste, individuelle Boni abzuschaffen. Einer der vielen Gründen warum es 2008 zur Finanzkrise gekommen ist, sind auch die individuellen Boni beim Verkauf der Hypotheken. Die Verkäufer haben nicht an das Gesamte gedacht, sondern nur noch auf ihr Konto geschaut. Sie haben Hypotheken an Personen verkauft, die sich ein Haus gar nie leisten konnten. Das ist hinlänglich bekannt. Die Gefahr ist gross, dass diese Boni den Egoismus fördern und nicht das Fortkommen des Unternehmens. Auch motivationspsychologisch sind individuelle Boni fragwürdig. Extrinsische Motivationen haben keine Langzeitwirkung. Auch das ist hinlänglich bekannt (siehe die Literatur von Reinhard Sprenger). Wenn man als Unternehmen die Motivation der Kader mit Boni kaufen muss, dann ist das ein sandiger Boden. Diese Leute kündigen die Loyalität schnell wieder auf, wenn es woanders höhere Boni gibt. Man kann das natürlich so machen. Aber es wundere sich dann niemand, wenn man durch erhöhte Fluktuationen immer wieder Know-How-Verluste hat. Mit Leistungslohn ist immer das Problem verbunden, wie man Leistung misst. Der Bonus führt nicht zwingend zu mehr Leistung. Dem Bonus hinterher rennen fördert kurzfristiges Denken. Langfristig sinnvolle Entscheide gehen so verloren und werden zu wenig in den Fokus gestellt. Die meisten Arbeitnehmer bekommen keinen Bonus und arbeiten genauso hart oder gar härter als viele Topmanager, nur sind sie schlechtere Verkäufer Ihrer selbst. Die „Bonusitis“ der letzten Jahre war in den meisten Fällen eher eine Perversion des Kapitalismus – siehe Finanzkrise 2008. Wieso soll ein Angestellter zusätzlich für die Erfüllung seiner Arbeit entlohnt werden? Damit meine ich alle, vom CEO bis zum letzten Angestellten. Mit dem Bonus auf dem Gesamtergebnis wird berücksichtigt, dass die Firma am Schluss nur mit dem Einsatz aller langfristig erfolgreich sein kann und die einige für die Eigentümer unsinnige und kurzsichtige Entscheidungen werden so NICHT getroffen. Mehr Risiko. Mehr Gewinnmöglichkeit. Mehr Bonus. Und wenn alles schief läuft, geht man einfach die nächste Firma kaputt machen. Ein Unternehmerisches Risiko besteht nicht.

Grafik: UBS und Credit Suisse Kurs seit 1998.

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