Risiken von Kryptowährungen – Kryptotrash

Gestern habe ich auf insideparadeplatz.ch folgenden interessanten Kommentar gelesen:

Krypto Guru

31. Dezember 2019 / 07:45

Das sind die Gründe:
Der Friedhof der Kryptowährungen erstreckt sich nach nur wenigen Jahren über ein grosses virtuelles Feld. Auf der Website deadcoins.com sind 1839 digitale Währungen aufgelistet, die in den wenigen Jahren seit der Erfindung des Bitcoins bereits wieder das Zeitliche gesegnet haben. Investoren dürften sich angesichts dieser Todesfälle einige Tränen verdrücken – oder vor Ärger am liebsten in die Tischkante beissen. Denn ein Hinscheiden einer Währung ist immer mit Verlusten jener verbunden, welche die digitalen Coins gekauft hatten.

Kapitulation, Betrug, Parodie, gehackt

Deadcoins will nach eigenen Angaben helfen, «den Kryptobereich» aufzuräumen. Gemäss den Daten der Website sind von den aufgeführten Währungen über 1000 «aufgegeben» worden. Über 700 basierten auf Betrug, fast 100 digitale Währungen wurden als Parodie gegründet und fast 30 Währungen von Hackern zerstört.

Der wohl grösste Betrugsfall im Kryptobereich dürfte der Onecoin sein, der im Jahre 2014 von Ruja Ignatova ins Leben gerufen wurde. Diese «Währung», die mit Hilfe eines Schneeballsystems über 4 Mrd. $ sammelte, hatte nie eine funktionierende Blockchain als Basis. Im Herbst 2017 verschwand die Gründerin von der Bildfläche und wurde seither nie mehr gesehen. Erstaunlicherweise wird das Schneeballsystem in Drittweltländern weitergeführt und generiert weiterhin Einnahmen.

Einkassieren und schnell wieder auflösen

Es ist aber zu vermuten, dass sich auch unter den «aufgegebenen» Währungen noch Betrugsmodelle verstecken. Einige Beispiele haben gezeigt, wie eine solche «Abzocke» im lange Zeit kaum regulierten Bereich durchgeführt werden konnte. Ein Startup nimmt über eine Coin-Emission Mittel auf. Die Investoren erhalten Token. Diese verkörpern beispielsweise das Recht, an der zukünftigen Leistung des Unternehmens beteiligt zu werden – etwa beim Mining von neuen Coins. Die Investoren hatten in diesem Fall ein Utility-Token erhalten.

Das neue Unternehmen wird aber gar nie produzieren, sondern führt eine Liquidation herbei. Beispielsweise definiert das Startup (absichtlich) keine Revisionsstelle, und der Gesetzgeber ordnete wegen Organmangels die Liquidation an. Der Investor besitzt dabei keinen Anteil am Firmenkapital, sondern hat nur einen Anspruch auf zukünftige Einnahmen erworben.

Investoren werfen einem Witz Geld hinterher

Einige Leser werden sich auch wundern und sich fragen, was wohl eine Parodie-Währung sei. Die Bekannteste ist der Dodgecoin, der 2013 von zwei Programmierern ins Leben gerufen wurde. Als Name wurde ein bekanntes Hunde-Meme gewählt. Einen deutlichen Hinweis auf eine Parodie gaben etwa Fundraising-Aktionen für die Olympiateilnahme des jamaicanischen Bob-Teams oder eine Mondmission.

Das verhinderte aber nicht den Erfolg der Währung, die zu Jahresbeginn 2018 einen Wert von über 2 Mrd. $ aufwies und zu den 30 wichtigsten Kryptowährungen gehörte. «Es sagt einiges über den Stand der Kryptowährungen, wenn eine Währung mit einem Hund als Logo, deren Software seit mehr als zwei Jahren kein Update mehr gesehen hat, einen Marktwert von einer Milliarde Dollar erzielt», sagte Dodgecoin-Mitbegründer Jackson Palmer 2016 zu einem Fachmagazin.

Nur wenige bringen Masse und Handelsvolumen

Das Gegenstück von Deadcoins ist das Online-Verzeichnis Coinmarketcap. Auf dieser Website werden 2381 Kryptowährungen aufgelistet, die gegenwärtig handelbar sind. Alle diese Währungen zusammen weisen eine Marktkapitalisierung von 191 Mrd. $ auf – wobei die grössten drei, Bitcoin, Ethereum und XRP, bereits 153 Mrd. $ auf sich vereinen (Bitcoin alleine 131 Mrd. $). Gemäss diesen Daten sind also nur noch etwas über 50% aller je gegründeten Währungen auf dem Markt.

Viele der Währungen, die noch auf Coinmarketcap aufgeführt sind, weisen kaum einen Handel auf. Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass 87% der digitalen Währungen faktisch tot sind. In einer Eingabe für einen Bitcoin-ETF an die US-Börsenaufsicht SEC legte der Asset-Manager Bitwise jüngst zudem dar, dass 95% der Umsätze an Bitcoin-Börsen nicht real seien.

Angesichts dieser Zahlen kann man nur zum Schluss kommen, dass noch viel heisse Luft im Kryptomarkt steckt und sich der Friedhof der Kryptowährungen in den kommenden Monaten noch drastischer ausdehnen wird. Das häufige Sterben – und die Betrügereien – belasten jeweils auch die Marktführer Bitcoin und Co., obwohl sie damit nichts zu tun haben.

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