Was bedeutet die Milliardenbusse 2019 in Frankreich für die Aktionäre der UBS Group

Hintergrund, Fakten:

  • Die UBS hat 3,856 Millirden Aktien ausstehend (gemäss SIX:
    3’856’061’422). Der aktuelle Kurs (per 23.02.2019) ist bei ca. CHF 12.40.
  • Daraus folgt: Die UBS hat eine Börsenkapitalisierung von CHF 47,8 Mrd.
  • 2019 ist der Rückkauf von Aktien in Höhe von bis zu USD 1,000 Milliarde geplant. Das sind 20% des Jahresgewinnes 2018.
  • 2019 ist für 2018 die Ausschüttung von CHF 2,699 Mrd via Dividende vorgesehen (CHF 0,70/Aktie). Das sind 55% des Jahresgewinnes 2018.
  • 2018 war der Jahresgewinn gemäss UBS CHF 4,897 Mrd.
  • Die in Frankreich eingefangen Busse beträgt CHF 4,181 Mrd. (EUR 3,700 Mrd. zu EURCHF 1.13) plus CHF 0,904 Mrd. Wiedergutmachung (EUR 800 Millionen zu EURCHF 1.13).
  • Frankreich will von der UBS Group CHF 5,089 Mrd. (mehr als den gesamten Gewinn der globalen Gruppe für ein Jahr)

Nun zu meiner Einschätzung im Worst-Case Szenario:

Schauen wir uns die Investorenpräsentation vom 22. Januar 2019 an.

  • Es fällt auf, dass die Spezialdividende von 0.25 weiss und ohne Rahmen gezeigt wird. So entsteht der Eindruck das Kerngeschäft der Bank, bzw. die Dividende sei seit 2014 kontinuierlich am steigen.
  • Tatsache ist jedoch, dass der Aktionär in Genuss der blau markierten Höhe an Dividendenerträgen pro Aktie im Jahr 2014 und 2015 kam.
  • Damit ist die diesjährige Dividende (für 2018) kleiner als 2014 und 2015.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Busse in Höhe von mehr als CHF 0,20 pro Aktie (=CHF 1 Milliarde) ist nicht vernachlässigbar.
  • Neu ist auch die Wahrscheinlichkeit einer Bussee in Höhe von CHF 1.00 (=CHF 5 Milliarden) nicht mehr 0.
  • Für Aktionäre bedeutet das: Der Gewinn wird, wenn die Busse über 4 Jahre “abgeschrieben” wird, für die nächsten Jahre um bis zu 20% schrumpfen. Statt CHF 0,70 bis 0,90 (1,07) wird er eher im Bereich CHF 0,45 bis 0,65 (0,82) zu liegen kommen, sofern die Busse CHF 5 Milliarden beträgt.

Fazit:

  • Ein Genickschuss ist die Worst-Case Busse nicht. Die Aktionäre müssen jedoch mit Dividendenrenditen in den Folgejahren von 3,0-4,0%, nicht 5,5-6,0% wie aktuell rechnen. Was immernoch eine sehr anständige Kapitalanlage darstellt.
  • Das ist unter der Voraussetzung, dass wir keine Rezession erleben, keine Immobilienblasen platzen und keine störenden neuen Geschäftsmodelle von Fintechs das Geschäft weiter schwächen.
  • Spannend wird die Aktie der UBS Group erst wieder wenn die Bussenflut aufhört.
  • Meinung: Es scheint jedoch Teil des Geschäftsmodelles zu sein, dass gewisse Banken sich im Jahrestakt irgendwo in der Welt einem neuen Risiko aussetzen und die (vornehmlich US-)Behörden, da Bankenbashing so populär ist, mit horrenden, ungerechtfertigten Bussen ihre Aufwartung machen, auch wenn der Ort der angeblichen Übertretung im Iran, in Malaysia oder im Land Xyz stattfand. Dabei ist die Informationsbeschaffung durch (ausländische) Nachrichtendienste, Steuerbehörden und Maulwürfe sichergestellt und wird entsprechend den Strafverfolgungsbehörden zur Verfügung gestellt. Das Risiko erwischt und gebüsst zu werden ist dank dem Einsatz von Hightechmitteln enorm.

PS: Man entschuldige die etwas einfach Ergänzung der Grafik. Die Aussagekraft hat aber hoffentlich nicht gelitten.

UBS Geschäftsbericht 2017: Seite 378

Since 2013, UBS (France) S.A. and UBS AG and certain former employees have been under investigation in France for alleged complicity in having illicitly solicited clients on French territory and regarding the laundering of proceeds of tax fraud and of banking and financial solicitation by unauthorized persons. In connection with this investigation, the investigating judges ordered UBS AG to provide bail (“caution”) of EUR 1.1 billion and UBS (France) S.A. to post bail of EUR 40 million, which was reduced on appeal to EUR 10 million.

In February 2016, the investigating judges notified UBS AG and UBS (France) S.A. that they have closed their investigation. In July 2016, UBS AG and UBS (France) S.A. received the National Financial Prosecutor’s recommendation (“réquisitoire”). In March 2017, the investigating judges issued the trial order (“ordonnance de renvoi”) that charges UBS AG and UBS (France) S.A., as well as various former employees, with illicit solicitation of clients on French territory and with participation in the laundering of the proceeds of tax fraud, and which transfers the case to court. The trial schedule has not yet been announced. In October 2017, the Investigation Chamber of the Court of Appeals decided that UBS (France) S.A. shall not be constituted as a civil party in the guilty plea proceedings against the former UBS (France) S.A. Head of Front Office. UBS (France) S.A. has appealed this decision to the French Supreme Court (“Cour de cassation”).

Our balance sheet at 31 December 2017 reflected provisions with respect to matters described in this item 1 in an amount that UBS believes to be appropriate under the applicable accounting standard. As in the case of other matters for which we have established provisions, the future outflow of resources in respect of such matters cannot be determined with certainty based on currently available information and accordingly may ultimately prove to be substantially greater (or may be less) than the provision that we have recognized.


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