Category Archives: Strukturierte Produkte

Kennzeichen einer aktiven Anlagestrategie / einer passiven Anlagestrategie / Wert und Nutzen eines Vermögensverwalters

Kennzeichen einer aktiven Anlagestrategie

  • Intelligenz: Der Anleger oder Fondsmanager setzt seine Erfahrung, sein Wissen, kurz seine Intelligenz ein um die Anlagestrategie umzusetzen.

  • Stock-Picking: Hier werden auf Basis der zur Verfügung stehenden Informationen die attraktivsten Anlagemöglichkeiten, etwa Aktien oder Anleihen, herausgepickt.

  • Timing: Der Investor will möglichst den günstigsten Zeitpunkt erwischen, in einen Markt oder ein Unternehmen ein- oder auszusteigen, im Idealfall also zum niedrigsten Kurs kaufen und zum höchsten verkaufen.

  • Ziel Überrendite: Ziel ist, besser als der Markt zu sein, also eine “Überrendite” oder “Outperformance” zu erzielen. Fondsmanager wählen deshalb einen Vergleichsindex, einen sogenannte Benchmark, den sie schlagen wollen.

Kennzeichen einer passiven Anlagestrategie

  • Verzicht auf Stock-Picking

  • Verzicht auf Timing

  • kostengünstige Nachbildung des Vergleichsindex

  • Spiegelbild eines Marktes oder eines Marktsegments

  • Ziel Marktrendite

Warum der Markt schwierig zu schlagen ist

Eine interessante Analogie: Wenn Sie Nicht-Profifussballer, Hobby-Fussballer fragen, ob Sie denken gleich gut wie die Profifussballer zu sein, athletisch, spielerisch, wird die erste Reaktion ein Lachen sein. Sie wissen, dass sie nicht besser sind. Im Anlagemarkt ist das anders. Dort sind viele Tausende Bankberater und Privatanleger der Meinung, sie können den Markt auf die Dauer schlagen. Statistisch gesehen ist das hingegen unwahr. Die Mehrheit, zahlenmässig, wird im Vergleich zum Vergleichsindex schlechter abschneiden. Oft schon nur aufgrund der höheren Gebühren, die durch aktives Management entstehen, welche sich zwischen 0.5-2% p.a. bewegen.

Wert eines guten Vermögensverwalters

Aus meiner Sicht ist ein guter Vermögensverwalter nicht primär Jemand der den Markt schlägt (ideal wäre es natürlich), sondern jemand der bei den grössten Versuchungen (Gier) und der grössten Angst (Panik) das Kundenvermögen unbeschadet verwaltet, bzw. das Gegenteil der Herde machen kann. Bildlich gesprochen: Beim plötzlich aufkommendem Sturm auf offener See das Boot wieder sicher in den Hafen bringen. Des weiteren achtet ein guter Vermögensverwalter darauf, dass nicht (teure) Produkte in einem Depot landen sondern Direktanlagen oder kostengünstige ETF, das Verlierer* rasch rausfliegen und Gewinner möglichst lange beibehalten werden.

* Firmen die keine Dividenden mehr zahlen oder überraschend schlechte Geschäftszahlen publizieren, angeschlagen sind, Firmen die plötzliche Strategiewechsel bekanntgeben, neuen Mitbewerbern unterlegen sind, Opfer der Politik werden (Energieversorger) usw. 

Teure Werbung für Aktienanleihen – der Käufer zahlt dafür. Intransparenz und fehlende Produktkostenangabe bei Strukturierten Produkten

Ich würde niemandem zum Kauf eines solchen Produktes raten. Im Gegenteil: Explizit davon abraten. Sie werden hier einfach für das Eingehen einer Wette entlöhnt mit einem Coupon. Sie haben keinen Kapitalschutz. Aber es wird durch die Werbung klar mit dem Unwissen der Anleger gespielt: Eine Aktienanleihe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit durch die Käufer oft  mit einer Anleihe verwechselt. Das böse Erwachen kommt bei einer Kurskorrektur des Basisinstrumentes. Man hat zwar 10% Zins, aber bspw. 25% Kursverlust, netto 10% Verlust.

Im Gegensatz zu Fonds müssen bei Strukturierten Produkten keine Total Expense Ratios, bzw. die Kosten angegeben werden. Diese Intransparenz ist immer zu Ungusten des Käufers und eine Schwäche der Regulierung, bzw. der schnellen Anpassung der Emittenten an die Lücken der Regulierung.

Sehen Sie in der Werbung irgendwo

  • das Abwärtsrisiko
  • die Produktkosten (nicht den Produktpreis)

IMG_0916 IMG_0917